7 Schritte für das erste Mal Pilgern allein als Frau

Lilly on pilgrimmage

Nachdem ich entschieden habe, den Jakobsweg allein zu pilgern, so waren es vor allem die Reaktionen meines Umfeldes, die mich zum Zweifeln gebracht haben. Es lag noch nicht mal an dem, was sie gesagt haben, sondern vielmehr wie sie es gesagt haben. Niemand hat blöd reagiert, doch bei fast allen habe ich zwischen den Zeilen eine Irritation wahrnehmen können. Warum denn allein? Wieso geht sie nicht mit einer Freundin? Ist das nicht zu gefährlich? Ist das nicht langweilig, so ganz allein

Abends lag ich dann im Bett und war mir selbst nicht mehr sicher, ob die Vorbehalte berechtigt sind und ob es wirklich so schön sein würde wie ich mir es vorstelle. Doch je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr Möglichkeiten kamen mir in den Kopf wie ich mich vorsichtig an das Pilgern auf eigene Faust herantasten kann.

Wenn auch du deine erste Pilgerreise allein als Frau machen möchtest, so möchte ich dich an meinen Vorüberlegungen und Erfahrungen teilhaben lassen.

1.Fang klein an.

Gib deinem Körper die Chance, sich an das Gewicht des Rucksackes und das stundenlange Gehen mit teilweise einigen Höhenmetern zu gewöhnen, indem du deine erste Tour nicht direkt mit einer ganzen Woche startest. Ein paar Tage zum Ausporbieren sind ideal. Trotzdem ich wandererfahren und bereits mehrmals eine Woche am Stück gewandert bin, so habe ich meine erste Pilgerung allein bewusst nur für drei Tage geplant. Unterwegs habe ich mich dann spontan entschieden, noch einen Tag dranzuhängen. Vier Tage waren für mich und meine Beine für den Anfang dann aber auch absolut ausreichend. Den letzten Teil der vierten Etappe war sogar etwas mühsam und ich war heilfroh, am Zielort anzukommen.

2. Plane realistisch.

Je nach Fitnesslevel macht es Sinn, eine Route zu planen, die deinen konditionellen Voraussetzungen entspricht. Wenn Ausdauersport in deinem Alltag präsent ist, so kannst du sicherlich eine Tour wählen, bei der du zwischen sechs und acht Stunden täglich unterwegs bist. Ich persönlich bin meist entspannt nach dem Frühstück gegen 9.30 Uhr gestartet und wollte den ganzen Tag zum Wandern auskosten. Zwischendurch habe ich eine größere Mittagspause und einige kleinere Trinkpausen gemacht. Gegen 18 Uhr war ich dann in meiner Unterkunft. Damit du dich nicht überforderst, solltest du deine Etappen so wählen, dass du sie gut schaffen kannst. Dich außerdem nicht gehetzt fühlst, die Landschaft genießen kannst und die Freiheit hast, genug Pausen einzulegen.

3. Plane unkompliziert.

Für meine erste Pilgerung als Frau habe ich einen Jakobsweg in Deutschland ausgewählt, den ich mit dem Zug innerhalb von zwei Stunden erreichen konnte. Landschaftlich war der Weg nicht weniger reizvoll als im Ausland. Doch die Gewissheit hat mir Sicherheit gegeben, schnell wieder zu Hause sein zu können, wenn mir das Pilgern so gar nicht gefallen hätte. Ein netter Nebeneffekt war am ersten Wandertag, schnell und entspannt loszustarten und nicht viel Zeit durch eine lange Anreise zu verlieren. Zudem war ich flexibel und konnte die Zugfahrt kurzfristig erst einen Tag vorher buchen. Hilfreich war sicherlich auch, mich vor Ort in meiner Muttersprache verständigen und mich durch die vertrauten Strukturen direkt zurecht zu finden zu können.

4. Fühle dich sicher.

Wenn du dich dafür entscheidest, als Frau allein zu reisen, so solltest du dich auch mit dem Thema „Sicherheit“ auseinandersetzen. Ich persönlich habe einen Jakobsweg auch aus diesem Aspekt innerhalb von Deutschland gewählt. Während ich das Risiko für die Begegnung mit giftigen oder wilden Tieren für sehr geringhalte, so war es eher die Angst vor übergriffigen Männern, die mich beschäftigt hat. Zwar ist es – im Gegensatz zur Großstadt wie ich finde, wo sich generell mehr Menschen und somit auch mehr kriminelle Menschen tummeln – unwahrscheinlich, im tiefsten Wald, genau auf Jemand mit verbrecherischen Hintergedanken zu treffen. Tritt der Ernstfall jedoch ein, bist du als Frau chancenlos und ausgeliefert. Da ich persönlich mich von meiner Angst nicht einschränken lassen wollte, habe ich mir für diesen Ernstfall eine Art Notfallplan zurechtgelegt, auf den ich schnell zurückgreifen hätte können:

  • Halte Augen und Ohren auf und vertraue deinen Instinkten
  • Stecke Pfefferspray greifbar in die Gürteltasche
  • Renne weg, wenn deine Alarmglocken läuten, am besten mit Vorsprung

Natürlich gibt es auch damit keine Sicherheit, dass nichts passieren kann. Allerdings haben wir die nie hundertprozentig. Mithilfe meines „Notfallplans“ habe ich mich aber deutlich sicherer und entspannter gefühlt und dies auch ausstrahlen können. Auf allen Wanderungen ist mir nie Jemand begegnet, der bei mir das Gefühl von Angst ausgelöst hat.

5. Informiere dich.

Besorge dir Kartenmaterial oder schaue dir den Weg vorher so gut an, dass du die Zwischenetappen kennst. An manchem Stellen sind die Jakobsmuschel etwas versteckt und dann hilft es, Richtungsschildern zu folgen. Bedenke, dass du im Wald kein mobiles Netz oder Internet haben wirst und somit nicht auf dein Smartphone zurückgreifen kannst. Lies dir im Vorfeld Beschreibungen deines Jakobsweges durch, damit du weißt, was auf dich zukommt. Davon gibt es viele online. So wirst du deine Pilgerung entspannter angehen können als wenn du einfach drauflosläufst.

6. Reserviere.

Je nach Gusto und Sicherheitsbedürfnis kannst du alle Unterkünfte oder nur die Erste deiner Pilgerreise reservieren. Ich persönlich habe mir nur für den ersten Tag ein Hotel gebucht. Bei den anderen habe ich mir jeweils am Vorabend telefonisch eine Unterkunft reserviert. Je nach Route und Saison musst du dir jedoch darüber bewusst sein, dass die Auswahl kurzfristig geringer sein kann und du ggf, einige Unterkünfte abtelefonieren musst bis du das Richtige gefunden hast. Ich habe mit den Kontaktdaten auf www.preiswert-uebernachten.de, die Pensionen mit Frühstück als auch Hotels auflisten, gute Erfahrungen gemacht und ihre Bewertungen gleichzeitig bei google gecheckt.

7. Weniger ist mehr.

Besorge dir einen guten Wanderrucksack mit einem Hüft- und einem Brustgurt, der deinen Rücken entlastet. Packe nur das ein, was du wirklich brauchst. Ich hatte zwar von allem etwas dabei, habe aber darauf geachtet, sehr minimalistisch zu packen. „Normale“ Kleidung habe ich nicht eingepackt, sondern mich auf Sport- und bequeme Kleidung beschränkt. An Kosmetikartikeln hatte ich ebenfalls nur das Nötigste und diese als Pröbchen dabei. Das Gewicht des Rucksacks sollte die 10% deines Körpergewichtes nicht überschreiten. Bedenke, dass du jeden Tag mit dem zusätzlichen Gewicht der Wasserflasche startest.

Spring über deinen Schatten und du wirst es nicht bereuen! 🙂

3 Kommentare bei „7 Schritte für das erste Mal Pilgern allein als Frau“

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